Montag, 17. Juni 2013

Freud und Leid der Biologiestudenten

Salvete!

Hiermit melde ich mich zurück nach langer Abwesenheit... Das Studium kann einen hin und wieder doch recht in Anspruch nehmen. Ja, im Ernst, es kann schon anstrengend sein, wenn man zweimal die Woche aus dem Haus muss. Und dann noch im Nachhinein einen Bericht schreiben über das Praktikum. Da hat man doch gedacht, nach der Mittelschule wären DIE Zeiten vorbei. Einen Bericht von einer halben Seite... wisst Ihr, wie schwer es ist, vier Stunden auf eine halbe Seite zu bringen? Da komprimiert man, filtert man, fasst zusammen... endlose Arbeit. Ach, und die Dozenten verlangen dann auch noch einwandfreie Formulierungen, schöne "man macht", "es wird gemörsert", "das Absorptionsspektrum wird aufgenommen"... Oder noch besser: "Leider konnte keine Datenaufnahme durchgeführt werden, weil es geregnet hat und weit und breit keine Libelle zu entdecken war." Und das verschiebt immer den ganzen Tagesrhythmus, solches Abmühen, vor zehn aufstehen, nach drei zuhause, kaum noch Zeit für eine anständige Joggingrunde... Übrigens ist es hochsignifikant und eindeutig bewiesen, dass man als Dozent weitaus mehr gefährdet ist, irgendeine sprachliche Marotte anzufangen und damit die Ohren der Zuhörer zu strapazieren, bis zur Grenze der Aushaltbarkeit ...

Okey, Spass beiseite, so das eine oder andere Wissenswerte, das uns in der Zwischenzeit von eben diesen klugen Leuten erzählt wurde, möchte ich Euch nicht vorenthalten. Hier ein paar Leckerbissen:

  •  Wie schläft ein Meeressäuger? Nun, abwechselnd mit nur einer Hirnhälfte, sonst würde er irgendwann Wasser schlucken und ertrinken...
  • Warum hat ein Krake keinen blinden Fleck? In unserem Wirbeltier-Auge ist es ja so, dass sich in der Retina (Netzhaut) die Sehzellen UNTER den Nervenzellen befinden, welche ja beim blinden Fleck über den Sehnerv ihre Verbindung zum Hirn haben - dort ist ergo die Sehzellschicht unterbrochen. Im Krakenauge liegen die Sehzellen jedoch auf der dem einfallenden Licht zugewandten Seite.
  • Krähen lassen sich Nüsse von Autos knacken...
  • Entwicklungsbiologie: Offenbar erhalten neu entdeckte Gene bzw. ihre Transkriptionsprodukte (Proteine) häufig Namen, die man sich gut merken kann,  oder warum nennt man sie sonst Gurke, Torpedo, Superman, Krüppel, Wuschel, Spitz, Boss, Sevenless, Son of Sevenless, Fushi-Tarazu, Hedgehog, Hunchback, Toll, Decapentaplegic, Oskar, Scarecrow, Gnom... Es heisst, die Auswahl des Namens erfolge nach morphologischen Kriterien...
  • Neurobiologie: "Hirnmythen": Alkohol tötet Hirnzellen. Grössere Hirne sind bessere Hirne. Männer sind vom Mars, Frauen von der Venus. Gehirnjogging macht (generell) schlauer. Grössere Hirnaktivierung = Grössere kognitive Leistung. Wir nutzen nur 10% unseres Hirns. Forscher können (mit bildgebenden Verfahren) Gedanken lesen.
=)

Valete!

Kommentare:

  1. Naja, das mit den Mythen, ich weiß nicht :).
    Nachdem ich voriges Jahr Zeuge geworden bin, wie jemand ziemlich alkoholisiert auf sein Snowboard geklettert ist ... Natürlich hat's ihn am Hang dann geschmissen, da dachte ich mir dann wirklich, ohne Snowboardhelm hätte der ziemlich alt ausgesehen.
    Bei solchen Situationen denk ich mir oft, dass Alkohol Hirnzellen tötet ...

    Liebe Grüße
    Kerstin

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